Warum Bergslagen?
Seit über 15 Jahren besitzen wir ein Ferienhaus mitten im Wald in der Nähe von Hällefors, also im Herzen Bergslagens. Als wird das Haus kauften, gab es drei Gründe für diese Gegend: Viel Natur, sonnige Sommer und schneereiche Winter. Aber nach so vielen Jahren haben uns nicht nur unzählige Ausflüge in die Umgebung von der Vielfalt der Möglichkeiten eines abwechslungsreichen Urlaubs in dieser touristisch oft unterbewerteten Gegend überzeugt; auch haben uns Besuche von Erzgruben und Eisenhütten einen tiefen Respekt vor der Leistung der Menschen in der damaligen Zeit abgenötigt. Beides, Bergslagen als Urlaubsziel und die Leistung der Menschen bei der Eisenverarbeitung in vergangenen Tagen, möchten wir Ihnen mit diesen Seiten etwas näher bringen.
Was wir über Erzgruben und Eisenhütten erfahren konnten, haben wir versucht, auf eine Zeitachse zu bringen und in die allgemeine Geschichte Schwedens einzuordnen. Auch haben wir versucht zwischen Organisation und Technik zu unterscheide, um die Zusammenhänge zwischen Mensch in der Gesellschaft und Technik aufzuzeigen. Die Zuordnung der Bilder ist nur eine ungefähre Einordung in die jeweilige Zeit. Anlagen und Häuser wurden oft schon früh begründet und über Jahrhunderte immer wieder modernisiert, so dass eine eindeutige Zuordnung kaum möglich ist.
Was ist Bergslagen?
Bergslagen heute ist keine politische Einheit oder ein verwaltungstechnischer Begriff. Bergslagen bezeichnet eine Gegend Schwedens, die durch die Eisengewinnung bekannt geworden ist. Etwa so, als wenn man in Deutschland Ruhrpott sagt. Bergslagen erstreckt sich über die Provinzen, wie Värmland, Närke, Västmanland, Dalarna, Uppland und Gästrikland. Die mittelalterliche Stadt Norberg hatte im Jahr 1400 ein eigenes Gericht und hier wurde das Wort Bergslag zum ersten mal als Bezeichnung für ein geografisches Gebiet angewandt.
Besonderheiten Bergslagens.
Erdbeben und Vulkane haben den skandinavischen Rücken geformt. Die Erhitzung der Erdkruste, Druck und chemische Prozesse schufen die Gesteinsarten. Die Eisenerze stammen von chemischen Verbindungen, die vor mehr als 1800 Millionen Jahren in der Urzeit der Erde im Zusammenhang mit Vulkanausbrüchen entstanden. Kupfer, auch Zink und Blei wurden zu dieser Zeit gebildet. Eine weitere Besonderheit ist in Bergslagen zu finden. Bedingt durch o.g. Prozesse gilt Bergslagen als eines des der mineralienreichsten Gebiete der Welt. Der Erzreichtum alleine hätte aber noch nicht ausgereicht, Bergslagen zu seiner Bedeutung als Eisen und Stahlerzeuger zu verhelfen. Die Eisenherstellung braucht viel Energie und Hitze. So waren es die vielen Flüsse als Energielieferanten für Wasserräder und der unendliche Holzvorrat in den Wäldern zur Gewinnung von Holzkohle machten diese Entwicklung möglich.




